Corona-Spezial Teil X: Update zur Umsetzung der Fristverlängerungen bei Lohnsteueranmeldungen für den Monat März bzw. das erste Quartal 2020

Wie bereits im Corona-Sondernewsletter Nr. IX am 06.04.2020 dargestellt, gewähren die Finanzverwaltungen NRW und Bayern für die Abgabe der Lohnsteueranmeldungen des Monats März 2020 bzw. für das erste Quartal 2020 auf Antrag bei vorliegender Betroffenheit von den Auswirkungen der Corona-Pandemie Fristverlängerung bis zum 10.06.2020.

Hinsichtlich der Umsetzung muss nach neuesten Erkenntnissen differenziert werden, ob Ihre Lohnsteueranmeldungen mittels DATEV erfolgen ( hsp übermittelt die Lohnsteueranmeldungen der Mandanten via DATEV) oder über eine andere Softwarelösung. 

I. DATEV-Lohnsoftware 



Entsprechend den Informationen, die wir von der DATEV erhalten haben, ist die technische Abwicklung dieser Fristverlängerungsmöglichkeit „nicht ganz so einfach“ umzusetzen. Aufgrund dessen haben sich die DATEV und die Finanzverwaltung NRW sehr kurzfristig für alle über DATEV übermittelten Lohnsteueranmeldungen für den März bzw. das erste Quartal 2020 (unabhängig vom Antrag auf Fristverlängerung) auf folgenden Handhabung geeinigt: 

a) Sämtliche Lohnsteueranmeldungen, die durch die DATEV am 14.04.2020 (statt 10.04. aufgrund der Osterfeiertage) hätten an die Finanzverwaltung übermittelt werden sollen (also März 2020 bzw. erstes Quartal 2020), werden vereinbarungsgemäß erst am 24.04.2020 an die Finanzverwaltung übertragen.

b) Sollte in der Zwischenzeit der Antrag auf Fristverlängerung gestellt worden sein und dieser nicht ausdrücklich abgelehnt worden sein, wird Folgendes ausgelöst: Die Fälligkeit der Lohnsteuer wird sodann automatisiert auf das Ende der verlängerten Frist am 10.06.2020 gesetzt. Eine Zwischenlösung, dass z. B. die Fristverlängerung nicht komplett ausgenutzt wird und die Anmeldung bereits vor Ende der Frist übermittelt wird, ist nicht vorgesehen und kann entsprechend den uns vorliegenden Informationen auch nicht technisch umgesetzt werden (Stand 08.04.2020). Ebenso ist eine betragsmäßige Einschränkung der Stundung nicht vorgesehen.

c) Steuerpflichtige, die bisher noch keinen Fristverlängerungsantrag gestellt haben, aber dies nun - als grundsätzlich Antragsberechtigte (s.o. "von Corona betroffen") - tun wollen, haben demnach grundsätzlich nun bis zum 24.04.2020 Zeit, einen solchen Antrag zu veranlassen. Kommen Sie im Bedarfsfall entweder bitte frühestmöglich auf uns zu oder Sie stellen den Antrag selbst mit dem von der Finanzverwaltung erstellen Formular (Link). Selbstverständlich sollte der Fristverlängerungsantrag möglichst nicht erst sehr kurz vor dem 24.04.2020 gestellt werden, um Risiken und Komplikationen einer zu späten Bearbeitung zu vermeiden.

d) Für die Mandanten, die keine Fristverlängerung beantragt haben, wird die Lohnsteuer erst ab dem 24.04.2020 von der Finanzverwaltung abgebucht (ebenfalls verschobene Fälligkeit).

e) Von diesen Besonderheiten sind entsprechend uns derzeit vorliegenden Informationen nur die Lohnsteueranmeldungen in Nordrhein-Westfalen betroffen. Da in den anderen Bundesländern (außer Bayern) keine Fristverlängerung (Stand 06.04.2020; 16:30 Uhr) vorgesehen ist, sollten diese Regelungen u. E. außerhalb von NRW nicht zu Anwendung kommen. Anzeichen für eine vergleichbare Sonderregelung in Bayern liegen uns nicht vor.

II. Nicht DATEV-Lohnsoftware

 

Bitte beachten Sie, dass die zuvor beschriebene Vorgehensweise nur für Lohnsteueranmeldungen gilt, die über die DATEV an die Finanzverwaltung geschickt werden. Sollten Sie Ihre Lohnabrechnungen und die Lohnsteueranmeldungen mit einem anderen Programm vornehmen, sollten Sie im Zweifel Kontakt mit dem jeweiligen Softwareanbieter aufnehmen. Falls Sie schon an die Finanzverwaltung übermittelt haben, soll in diesen Fällen - wie bereits im Newsletter am 06.04.2020 dargestellt – die Möglichkeit einer geänderten Lohnsteueranmeldung in Form einer sog.  „Null-Meldung“ gegeben sein. Zeitgleich wäre auch hier ein Antrag auf Fristverlängerung bis zum 10.06.2020 zu stellen. Bis zu diesem Zeitpunkt wäre dann die (nochmals) berichtigte nunmehr finale Lohnsteueranmeldung zu entrichten und die Lohnsteuer abzuführen. 

Abschließend bitten wir Sie wie immer zu beachten, dass auch dieser Newsletter nur eine „summarische“ Darstellung des aktuellen Sachstands wiedergibt und eine einzelfallbezogene Beratung auf keinen Fall ersetzen kann. Zur Abstimmung der weiteren Vorgehensweise sowie bei konkreten oder auch allgemeinen Rückfragen stehen Ihnen die bekannten Ansprechpartner unserer Kanzlei selbstverständlich gerne zur Verfügung. 



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Redaktionsschluss des Newsletters war der 08.04.2020, 16:30 Uhr.